Tourismus und Gastronomie

Drohnenaufnahmen im Tourismusmarketing

Anders als eine Einzelbuchung für ein Hotel oder Restaurant denkt Tourismusmarketing meist in ganzen Regionen und mehreren Standorten zugleich.

Veröffentlicht am 20. Juli 20264 Min. Lesezeit
Luftaufnahme einer touristischen Region in Bayern (Symbolbild)

Während unsere anderen Artikel sich mit einzelnen Betrieben wie Hotels, Ferienwohnungen oder Campingplätzen beschäftigen, geht es beim Tourismusmarketing meist um größere Zusammenhänge: eine ganze Region, mehrere Ortschaften oder ein touristischer Verband, der Sehenswürdigkeiten, Wanderwege und Gastronomie gemeinsam bewirbt.

Kurz beantwortet: Drohnenaufnahmen eignen sich im Tourismusmarketing besonders für die Darstellung von Landschaften, Ortsbildern und touristischen Routen, die sich vom Boden aus kaum in ihrem Gesamtzusammenhang zeigen lassen. Wichtig ist eine sorgfältige Planung, wenn mehrere Standorte in einer Region abgedeckt werden sollen.

Regionen und Landschaften als Motiv

Eine touristische Region lebt oft von landschaftlichen Besonderheiten – Seen, Alpenausläufern, Flusstälern oder historischen Altstädten. Luftaufnahmen können diese Besonderheiten in einer Weise zeigen, die Postkartenmotive vom Boden aus selten erreichen, weil sie den Zusammenhang zwischen mehreren landschaftlichen Elementen gleichzeitig sichtbar machen.

Wanderwege, Radrouten und touristische Pfade

Für touristische Routen – Wanderwege, Radwege, Weinstraßen – helfen Luftaufnahmen, den Streckenverlauf und die landschaftliche Einbettung zu visualisieren. Das eignet sich gut für Broschüren, Infotafeln oder digitale Karten, die Besuchern einen Vorgeschmack auf die Route geben.

Zusammenarbeit mit Tourismusverbänden und Gemeinden

Tourismusverbände und Gemeinden benötigen häufig Bildmaterial für mehrere Zwecke gleichzeitig – die eigene Website, Printbroschüren, Pressearbeit und Kampagnen mit externen Partnern. Eine frühzeitige Abstimmung, welche Motive und Standorte für welchen Zweck benötigt werden, erleichtert die Planung erheblich, insbesondere wenn mehrere Ortschaften in einem Projekt abgedeckt werden sollen.

Mehrere Standorte in einer Region koordinieren

Bei Projekten, die mehrere Orte oder Sehenswürdigkeiten einer Region abdecken, lohnt sich eine gebündelte Terminplanung – etwa mehrere Standorte an aufeinanderfolgenden Tagen, um Anfahrtszeiten zu reduzieren. Eine einheitliche Bildsprache über alle Standorte hinweg erleichtert zudem die spätere Verwendung in einer gemeinsamen Kampagne.

Saisonale Kampagnen und wiederkehrender Bedarf

Tourismusregionen bewerben oft unterschiedliche Saisons mit eigenem Fokus – Wanderurlaub im Sommer, Weihnachtsmärkte im Winter, Weinlese im Herbst. Das bedeutet in der Praxis einen wiederkehrenden Bedarf an aktuellem, saisonal passendem Bildmaterial, der sich gut über einen langfristig abgestimmten Rahmen planen lässt – ähnlich wie bei einzelnen Campingplätzen mit ausgeprägter Saison, nur auf regionaler Ebene skaliert.

Nutzungsrechte bei mehreren beteiligten Partnern

Wenn mehrere Partner – etwa Gemeinde, Tourismusverband und einzelne Betriebe – dasselbe Bildmaterial nutzen möchten, sollte der Umfang der Nutzungsrechte von Anfang an klar und für alle Beteiligten verständlich vereinbart werden, um spätere Unklarheiten zu vermeiden.

Wiedererkennbare Landmarken als Kampagnenanker

Regionen mit einem markanten Wahrzeichen – einer Burg, einer bestimmten Seesilhouette, einer historischen Brücke – profitieren davon, dieses Motiv als wiederkehrenden visuellen Anker über mehrere Kampagnen hinweg einzusetzen, ähnlich wie einzelne Betriebe von besonderen Lagemerkmalen ihres Grundstücks profitieren. Ein aus der Luft konsistent inszeniertes Wahrzeichen schafft einen Wiedererkennungswert, der einzelne, wechselnde Kampagnenmotive allein selten erreichen.

Genehmigungen bei Naturschutzgebieten und Sperrzonen

Viele touristisch attraktive Landschaften liegen ganz oder teilweise in Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten oder anderen regulierten Zonen, in denen Drohnenflüge eingeschränkt oder genehmigungspflichtig sein können. Diese Prüfung sollte fester Bestandteil der Projektplanung sein, bevor ein Termin für mehrere Standorte fixiert wird – nicht erst kurzfristig vor dem geplanten Flug.

Zusammenspiel zwischen regionaler Kampagne und einzelnen Betrieben

Eine regionale Tourismuskampagne und die individuelle Vermarktung einzelner Betriebe schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich meist gut: Die Region liefert den größeren Rahmen – Landschaft, Ortsbild, allgemeine Attraktivität –, während einzelne Hotels, Ferienwohnungen oder Gastronomiebetriebe ihre eigene, betriebsspezifische Vermarktung betreiben. Eine Abstimmung, welches Bildmaterial auf regionaler Ebene entsteht und welches Betriebe selbst beauftragen, verhindert doppelte Produktionen und schafft gleichzeitig visuelle Konsistenz zwischen Region und Einzelbetrieb.

Für Betriebe, die von einer regionalen Kampagne profitieren möchten, lohnt sich frühzeitiger Kontakt zum Tourismusverband, um zu klären, ob eigene Motive in die übergeordnete Kampagne einfließen können – siehe auch unsere Artikel zu Hotelmarketing und Campingplätzen.

Budgetrahmen und mögliche Förderungen für Tourismusprojekte

Regionale Tourismusprojekte werden teils aus öffentlichen oder verbandsgebundenen Mitteln mitfinanziert, was oft eigene Vergabe- oder Dokumentationsanforderungen mit sich bringt – etwa eine detaillierte Leistungsbeschreibung oder eine Aufstellung der geplanten Verwendungszwecke vor Auftragsvergabe. Wer ein Projekt mit öffentlicher Mitfinanzierung plant, sollte diese formalen Anforderungen frühzeitig klären, da sie sich auf Ablauf und Zeitplan des Drohnenprojekts auswirken können.

Foto und Video gemeinsam für die touristische Kampagne einsetzen

Tourismusregionen setzen selten ausschließlich auf ein einzelnes Format – eine Kombination aus Übersichtsfotos für Broschüren und Website sowie kurzen Videosequenzen für Social Media und Kampagnenwerbung deckt in der Regel den größten Teil der Kommunikationsbedürfnisse ab. Welches Format für welchen Zweck sinnvoller ist, erklärt unser Artikel Drohnenvideo oder Luftbilder: Was passt besser zum Projekt? im Detail – die dort beschriebenen Kriterien lassen sich unmittelbar auf touristische Großprojekte übertragen.

Aufbau eines langfristigen Bildarchivs für die Region

Anders als eine einzelne Betriebsvermarktung profitiert eine Tourismusregion besonders von einem strukturiert aufgebauten Bildarchiv, das über Jahre hinweg für unterschiedliche Kampagnen, Anfragen von Medien und Kooperationspartnern genutzt werden kann. Eine klare Kategorisierung nach Ort, Jahreszeit und Motiv erleichtert es, aus einem wachsenden Archiv gezielt passendes Material für neue Anlässe abzurufen, statt für jede neue Kampagne komplett von vorne zu produzieren.

Ein solches Archiv ist zudem wertvoll für die Beantwortung kurzfristiger Presseanfragen, etwa wenn ein Medium für einen aktuellen Bericht schnell passendes Bildmaterial einer bestimmten Sehenswürdigkeit benötigt – ohne strukturiertes Archiv geht hier häufig wertvolle Zeit bei der mühsamen Suche nach geeignetem Material verloren.

Für die Verwaltung eines wachsenden Archivs empfiehlt sich eine zentrale, für alle relevanten Ansprechpartner zugängliche Ablage statt verstreuter Kopien bei einzelnen Mitarbeitenden – so bleibt das Material auch bei Personalwechseln innerhalb des Tourismusverbands oder der Gemeinde langfristig auffindbar und nutzbar. Eine jährliche Durchsicht des Archivs hilft zusätzlich, veraltetes Material zu kennzeichnen und den Bedarf für neue Aufnahmen frühzeitig zu erkennen, statt Lücken erst bei einer akuten Kampagnenanfrage festzustellen und dann unter Zeitdruck nachproduzieren zu müssen. Ergänzend empfiehlt sich eine kurze schriftliche Dokumentation der jeweiligen Nutzungsrechte pro Motiv, damit auch Jahre später eindeutig und zweifelsfrei klar bleibt, wofür ein bestimmtes Bild verwendet werden darf.

Checkliste für Tourismusmarketing-Projekte

  • Relevante Standorte und Sehenswürdigkeiten sind priorisiert
  • Verwendungszwecke (Website, Print, Kampagne) sind mit allen Partnern abgestimmt
  • Mehrere Standorte sind für eine gebündelte Terminplanung vorgesehen
  • Saisonaler Bedarf für wiederkehrenden Content ist eingeplant
  • Nutzungsrechte für alle beteiligten Partner sind klar geregelt

Häufige Fragen

Ja, das ist eine gängige Vorgehensweise. Eine gebündelte Terminplanung über mehrere Tage reduziert dabei Anfahrtsaufwand und Kosten.

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